Kategorie: Lautsprecher Stereo

Standlautsprecher Rosso Fiorentino Arno40


Die Seele der Toskana

Lautsprecher Stereo Rosso Fiorentino Arno40 im Test, Bild 1
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Ich bin Fan der Rosso Fiorentino Lautsprecher, das kann ich ganz unumwunden zugeben. Haben sie bisher nur Chassis selektiert und zugekauft, können sie nun eigene einsetzen. Klingen die Lautsprecher also noch besser?

Francesco Rubenni, der Kopf hinter Rosso Fiorentino, ist ein feiner Mann, so fein wie seine Lautsprecher. Alleine die Erscheinung der schmalen Säulen lässt Designerherzen höher schlagen und löst das Versprechen edlen italienischen Handwerks hundertprozentig ein. Schmal und schlank sind die Lautsprecher aber vor allem, um Kantenbrechnungen zu minimieren und Interferenzen zu vermeiden. Und täuschen sollte man sich ob der schlanken Erscheinung auch nicht, pro Stück wiegt eine Arno40 knapp 40kg. Bevor ich mich aber genauer mit der Arno40 beschäftige, will ich noch einmal kurz die Identität dieser Firma beleuchten, die toskanischer nicht sein könnte, denn ihr Sitz ist nur ein paar Kilometer außerhalb von Florenz.

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Namensgeber ist der 1495 geborene Maler Giovan Battista di Jacopo, mit Künstlernamen Rosso Fiorentino. Und genau da findet sich bereits der Markenkern der Firma: Kunstwerke aus der Toskana. Ich hatte bereits zweimal das Vergnügen mit Rosso Fiorentino Lautsprechern: der Elba 2 und der Certaldo S2. Und nun steht die Arno40 vor mir, die wieder einen Schritt weiter geht. Weit gehen muss man vom Firmengebäude Rosso Fiorentinos übrigens nicht, um zum namensgebenden Fluss Arno zu kommen. Er ist nach dem Tiber der bedeutendste Fluss Mittelitaliens und fließt mitten durch Florenz. Der Zusatz 40 bezieht sich übrigens ganz unromantisch auf das Innenvolumen des Lautsprechers. Und natürlich findet die gesamte Produktion in der Region statt.   

Endlich


Nach jahrelangen Versuchen und Prototypen kann Rosso Fiorentino nun mit der Arno40 endlich eigene Chassis präsentieren. Sie werden von einem italienischen Hersteller gebaut und Rosso liefert sogar Teile dafür. Muss ich jetzt Angst haben, dass der Klang, den ich so lieben gelernt habe, auf der Innovationsautobahn flöten gegangen ist? Natürlich nicht, denn grundsätzlich, so schrieb mir Rubenni, haben die Chassis den Vorteil eines höheren Wirkungsgrads und einer größeren Belastbarkeit. Das schlüge sich in einem noch lebendigeren Klang nieder, während der tonale Grundcharakter erhalten bliebe. Da bin ich schon mal erleichtert. Möglich wird diese Kontinuität durch ein fantastisches Konzept namens „Sala del Rosso“, einem großen Raum in einem historischen Florentiner Schloss, den man für Messungen, für Hörsessions oder Livekonzerte anpassen kann.

Lautsprecher Stereo Rosso Fiorentino Arno40 im Test, Bild 5
Einer der vier identischen Tiefmitteltöner mit seiner gefalteten Sicke und der clever beschichteten Papiermembran
Dort tragen sämtliche Teammitglieder sowie befreundete Musiker zur Entwicklung und zum Feintuning bei. Ich kenne wenige Firmen, die das auch nur annähernd so tun. Konkret sind die Magnete der Tiefmitteltöner aus Ferrit, ihre 38mm große Schwingspule ist auf einem Kaptonträger montiert. Die Beschichtung aller Membranen wurde mit einem italienischen Spezialsten entwickelt, der für die Auto- und die optische Industrie arbeitet. Das Ziel ist es, sie am Aufbrechen zu hindern und zwischen Vorder- und Rückseite eine unterschiedliche Dämpfung zu erreichen. Außerdem sollte das Material langzeitstabil und sowohl akustisch wie auch optisch effektiv und ansprechend sein. Zur Funktionsweise der vier etwa 15cm durchmessenden Tiefmitteltöner komme ich gleich noch. Die 28mm Seidenkalotte wurde direkt von der großen Siena herunter skaliert und auf die Gegebenheiten der Arno40 angepasst. Sie arbeitet mit einer Aluschwingspule und einem Neodymmagneten. Vorne findet sich ein flacher Waveguide, der zur ausgeglichenen Abstrahlcharakteristik und dem tollen Rundstrahlverhalten beiträgt.  

Gehäuse Rosso-Style


Dass die Arno40 so leicht und luftig daherkommt, rührt zum einen von ihrer schlanken Bauart her, zum anderen aber auch vom eleganten Sockel, auf dem sie ruhen und via Spikes vom Boden entkoppelt sind. Die Spikes werden, wie alle anderen Metallteile, auch die Lautsprecherbuchsen, von Rosso Fiorentino selbst hergestellt, was man sieht und spürt.  Die Buchsen sind aus Kupfer und werden mit Gold und Palladium anodisiert, um sie endlos kontaktfähig zu halten. Der Ingenieur Rubenni hat eine Vergangenheit in Tonstudios und setzt auf Neutralität. Doch seine Neutralität ist dann eben doch die eines Italieners, vielleicht auch die des Toskaners, sprich sie scheint mit eine andere zu sein, als die eines Schweizers oder Norwegers. Damit meine ich keine staubtrockene, sondern eine lebendige, sagen wir freundliche Neutralität, die atmet. Aber nicht falsch verstehen, die Gehäuse der Rosso Fiorentino Lautsprecher resonieren nicht und dafür setzt er eine sehr effektive CLD-Technik (Constraint Layer Dam ping) ein. Er kombiniert Materialien mit unterschiedlichem Resonanzverhalten, um Schwingungen zu minimieren. So ist die Schwallwand aus Aluminium und beherbergt die Chassis, die dort mit Gummipuffern befestigt werden. Ihre Magnete werden außerdem fest an Verstrebungen fixiert, wodurch er eine weitere, effektive Resonanzkontrolle erreicht. Der Korpus wird aus sehr spezieller hochverdichteter Faserplatte (HDF) mit eingeschlossenen Marmorpartikeln (!), einer Gummischicht und weiteren Aluminiumplatten gefertigt. Dazu gibt es optional Carbon- oder Lederinlays und einen wunderbaren Softtouchlack. Diese Materialien sind aber so miteinander verbunden, dass jedes Gehäuse wie aus einem Stück wirkt, echte Handwerkskunst eben. Und selbstredend sieht man von vorne keine Schrauben, denn die Schallwand mit den Chassis wird mittels langer Stahlschrauben mit der Rückwand verschraubt. Das versteift und beruhigt das Gehäuse zusätzlich und ist eine weitere Stellschraube zum Feintuning. Das setzt sich bei den Dämmmaterialien fort, denn auch da werden Fasern unterschiedlicher Dichte verwendet, die gezielt an bestimmten Stellen ihren Job machen. In den Bedämpfungszonen für die Tiefmitteltöner arbeitet er außerdem mit Luftkissen, die wie Resonatoren wirken sollen. Sie sehen, hier meint es jemand ernst und arbeitet nicht mit banalen Tricks, um sein Ziel zu erreichen.   

Ladeprinzip


Das setzt sich im Design der rückwärtigen Ladekammern sowie der Weiche fort, beides laut Rubenni ziemlich einzigartig, denn er kennt keinen kommerziellen Lautsprecherhersteller, der das so tut – ich auch nicht.

Lautsprecher Stereo Rosso Fiorentino Arno40 im Test, Bild 3
Das Bassreflexrohr ist nicht aus schnöder Pappe. Rosso Fiorentino setzt ein massives, akustisch berechnetes, im Haus gefertigtes Aluminiumrohr ein. Und das hört man – nicht
Alle vier Tiefmitteltöner sind identisch, aber nur der direkt unterhalb des Hochtöners agiert praktisch als Mitteltöner, wobei das noch etwas anders ist, aber dazu gleich. Die anderen drei sind in Reihe geschaltet, es teilen sich aber nur die unteren beiden eine Kammer, die mit einer Bassreflexöffnung aus Aluminium zum Boden hin abgestimmt wird. Der dritte Woofer teilt seine Kammer mit dem Tiefmitteltöner, ihre Bassreflexöffnung ist hinten auf der Höhe des Hochtöners platziert. Da der oberste Tiefmitteltöner keinen Hochpassfilter hat, verfügt er in den tiefen Frequenzen über das Potential zu größeren Auslenkungen als üblich. Da er sich aber mit dem Tieftöner darunter eine Kammer teilt, agiert er praktisch wie ein Passivbass wodurch seine Tieftonauslenkung wieder reduziert wird. Elektrisch beeinflusst das auch die beiden unteren Treiber und trägt zu dem so ausgeglichenen Klang bei. Die Arno40 ist ein 2.5-Wege-Lautsprecher und hat wie immer bei Rosso kein Weichendesign von der Stange, es wird für jeden Lautsprecher neu gedacht. Die Weiche ist unter anderem mit für Rosso gebauten Clarity Caps und hauseigenen Spulen aufgebaut.  

Im Klangfluss


Jedes Mal, wenn ich einen Rosso Fiorentino Lautsprecher höre, überlege ich mir, wie ich seinen Kauf rechtfertigen kann, denn ich möchte sie alle haben. Und das ist eine ganz ehrliche Aussage, denn ihre unglaublich stimmige, homogene Abstimmung begeistert mich einfach. Und dabei ist es vollkommen wurst, welche Musik ich spiele. Bei „Cocoon“ von Björk bekomme ich eine Dauergänsehaut. Ihre Stimme erreicht Nuancen, die ich sonst nicht höre. Die Elektronikfrickeleien von Thomas Knak klingen so analog, so geschmeidig und spannend, dass ich gar nicht genug davon bekommen kann. Die Spannung in dieser Musik und die ihr innewohnende Emotionalität erreichen mich auf eine einzigartig sanfte und direkte Weise, die mich ebenso berührt. Und ja, die Ausdehnung im Hochton, der so farbige Mittelton und der saubere, sehr tiefe Bass checken auch die ganze audiophilen Kriterien. Ich bekomme ein Dauergrinsen bei Taj Mahals Croonerscheibe „Savoy“, seine Stimme, eigentlich der ganze Mann, steht so präsent vor mir, dass ich fast erschrecke. Bei Donny Hathaway erscheint mir dessen unendlich traurige Zartheit so zerbrechlich wie nie zuvor und wenn Emmylou Harris „Every Grain of Sand“ von Bob Dylan singt, möchte ich schwören, dass sie genau in diesem Moment die beste Sängerin der Welt ist.

Fazit

Die brandneuen Rosso Fiorentiono Arno40 Lautsprecher markieren einen weiteren Höhepunkt der toskanischen Manufaktur. Sie sind nichts weniger als Meisterwerke.

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Kategorie: Lautsprecher Stereo

Produkt: Rosso Fiorentino Arno40

Preis: um 12000 Euro

2/2025

Die brandneuen Rosso Fiorentiono Arno40 Lautsprecher markieren einen weiteren Höhepunkt der toskanischen Manufaktur. Sie sind nichts weniger als Meisterwerke.

Rosso Fiorentino Arno40

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Ausstattung & technische Daten 
Kategorie Standlautsprecher 
Preis (in Euro) ab 12.000 Euro 
Vertrieb: WOD Audio / Nidderau 
Internet: www.wodaudio.com 
Frequenzgang: 35 Hz - 25 kHz (+/-3 dB) 
Impedanz: 8 Ohm (Minimum 4,8 Ohm) 
Wirkungsgrad: 90 dB (2,83 V / 1 m) 
Gewicht: ca. 38 kg 
Garantie: 2 Jahre 
B x H x T: 248 x 1.130 x 383,5 mm (incl. Sockel und Spikes) 
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Autor Christian Bayer
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